UBA-Emissionsdaten 2020: Weniger Treibhausgase in Deutschland
Dr. Ortlieb: ‚ÄěCO2-Aussto√ü sank auch dank sinkendem CO2-Deckel bei Strom und Industrie. Auch bei W√§rme und Verkehr: CO2¬†verringern, nicht verteuern.‚Äú

Frankfurt am Main.¬†‚ÄěDer R√ľckgang der Treibhausgasemissionen in Deutschland im Jahr 2020 ist nicht nur Folge der Corona-Pandemie, sondern auch Ergebnis einer wirksamen EU-Klimapolitik mit einem EU-weit sinkenden CO2-Deckel. Das ist der richtige Politikansatz. Der CO2-Aussto√ü muss verringert und nicht verteuert werden ‚Äď und zwar technologieoffen in allen Sektoren. So geht Klimaschutz wirksamer und g√ľnstiger‚Äú, sagte Dr. Birgit Ortlieb, Vorsitzende des Energieausschusses der Vereinigung der hessischen Unternehmerverb√§nde (VhU) zu den heute ver√∂ffentlichten Emissionsdaten 2020 des Umweltbundesamtes (UBA).

Dr. Ortlieb: ‚ÄěTreiber des Emissionsr√ľckgangs in Deutschland sind seit Jahren Energiewirtschaft und Industrie. Beide Sektoren unterliegen zusammen mit dem innereurop√§ischen Luftverkehr dem europ√§ischen Emissionshandel. Hier gilt eine CO2-Obergrenze: Die Menge an CO2, die in diesen Sektoren maximal ausgesto√üen werden darf, sinkt kontinuierlich. Der Klimaschutz steckt ausschlie√ülich im Deckel und er ist steuerbar: die Emissionen k√∂nnen mit der H√∂he des CO2-Deckels verl√§sslich und planbar im Einklang mit den EU-Klimazielen abgesenkt werden.‚Äú

Einen solchen CO2-Deckel fordert Dr. Ortlieb auch f√ľr die Bereiche W√§rme und Verkehr. Der Bund habe zwar richtigerweise zum 1.1.2021 einen nationalen Brennstoffemissionshandel f√ľr diese Bereiche eingef√ľhrt. Aber entscheidend sei nicht die oft behauptete Lenkungswirkung √ľber einen steigenden Preis, sondern die Begrenzung der Zertifikatsmenge und damit des CO2-Aussto√ües, die noch fehle, kritisierte Dr. Ortlieb.

‚ÄěEine √∂kologisch wirksame Deckelung des CO2-Aussto√ües findet im Brennstoffemissionshandel derzeit nicht statt. Grund sind die bis mindestens 2026 staatlich festgelegten CO2-Preise. Weil allen die M√∂glichkeit einger√§umt wird, Zertifikate zum Festpreis zu erwerben, wird die Menge an Zertifikaten in dieser Einf√ľhrungsphase nicht begrenzt. Genau hier liegt die Schwachstelle. Denn: CO2¬†muss verringert werden, nicht verteuert. √Ėkologisch relevant ist allein die CO2-Menge, die j√§hrlich ausgesto√üen wird, nicht der CO2-Preis. Der CO2-Aussto√ü bei W√§rme und Verkehr muss verringert werden. Das ist das √∂kologische Ziel. Ein politisch gesetzter, h√∂herer CO2-Preis verringert den Aussto√ü nicht, sondern verteuert ihn nur. Deshalb setzt sich die VhU daf√ľr ein, die Fixpreise abzuschaffen und stattdessen die Menge an Zertifikaten im Brennstoffemissionshandelsgesetz zu begrenzen und schrittweise zu senken.‚Äú

In Deutschland wurden 2020 laut UBA rund 739 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt ‚Äď das sind 8,7 Prozent weniger als 2019. Mit ca. 38 Mio. Tonnen ist der gr√∂√üte Emissionsr√ľckgang in der Energiewirtschaft zu verzeichnen ‚Äď das sind 14,5 Prozent weniger als 2019. In der Industrie sanken die Emissionen um 4,6 Prozent.

Quelle: Pressemitteilung der Vhu, vom 16. März 2021