Sehr geehrte Damen und Herren,

heute hat die Spitzenrunde der Allianz f√ľr Aus- und Weiterbildung auf Ebene der Ministerinnen und Minister bzw. der Pr√§sidenten virtuell getagt. Ebenfalls heute hat das Kabinett √Ąnderungen des Bundesprogramms Ausbildungspl√§tze sichern verabschiedet.

  1. Allianz f√ľr Aus- und Weiterbildung

F√ľr die BDA hat Arbeitgeberpr√§sident Dr. Rainer Dulger an dem Spitzentreffen teilgenommen. In der anschlie√üenden Pressekonferenz hat er die Sprecherrolle f√ľr die Wirtschaft wahrgenommen.

Im Zentrum der Spitzenrunde stand ein Austausch der Allianz-Partner zur aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt sowie die Verabschiedung einer gemeinsamen Erkl√§rung, die eine Vielzahl an Ma√ünahmen zur Unterst√ľtzung der beruflichen Ausbildung in Zeiten von Corona beinhaltet. Diese konzentrieren sich auf drei Handlungsfelder:

  1. Verst√§rkte Ansprache von Jugendlichen, Unterst√ľtzung der beruflichen Orientierung und der Anbahnung von Ausbildungsvertr√§gen
  2. Qualit√§tssicherung in der Ausbildung und Unterst√ľtzung bei der Pr√ľfungsvorbereitung
  3. Unterst√ľtzung bei der Bereitstellung von Ausbildungspl√§tzen.

An mehreren Stellen des Textes wird Bezug auf die Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Ausbildungspl√§tze sichern“ genommen.

Die vollständige Erklärung sowie die gemeinsame Presse-Erklärung erhalten Sie auf Anfrage per Email. 

 

  1. Bundesprogramm „Ausbildungspl√§tze sichern“

√úber die geplanten Weiterentwicklungen des Bundesprogramms hatten wir Sie per RS¬†V/017/21¬†vom 4. M√§rz 2021 informiert. In einer Sitzung des Bundeskabinetts, die ebenfalls heute stattgefunden hat, wurden die im Rundschreiben genannten √Ąnderungen der 1. F√∂rderlinie (Ausbildungs- und √úbernahmepr√§mien, Zuschuss zur Ausbildungs- und Ausbilderverg√ľtung) ohne Abweichungen beschlossen.

Auch die 2. F√∂rderlinie (Auftrags- und Verbundausbildung) soll ge√§ndert werden. Das BMBF hat uns als federf√ľhrendes Ministerium √ľber folgende, noch im Entwurf befindliche √Ąnderungen informiert, die √ľber die bisher geplanten √Ąnderungen hinausgehen:

  • Eine Pr√§mie zur F√∂rderung der Auftrags- und Verbundausbildung wird entweder an den Stammausbildungsbetrieb oder an den Interims-Ausbildungsbetrieb / die √úberbetriebliche Berufsbildungsst√§tte (√úBS) / den Ausbildungsdienstleister gezahlt. Die Antragsberechtigten verst√§ndigen sich untereinander, wer von ihnen die Pr√§mie beantragt.
  • Die Pr√§mienh√∂he betr√§gt f√ľr jede(n) Auszubildende(n), die/der an der gef√∂rderten Auftrags- oder Verbundausbildung teilnimmt, 450 Euro pro Woche, maximal 8.000 Euro.

Neuer Fördertatbestand:

  • Gef√∂rdert wird die Teilnahme an Pr√ľfungsvorbereitungslehrg√§ngen f√ľr Auszubildende, die im Laufe des Jahres 2021 ganz oder teilweise ihre Abschlusspr√ľfung ablegen wollen.
  • Antragsberechtigt ist nur der Stammausbildungsbetrieb.
  • Die Pr√§mienh√∂he betr√§gt 50 Prozent des dem Stammausbildungsbetrieb f√ľr die Pr√ľfungsvorbereitung in Rechnung gestellten Entgelts, maximal 500 Euro pro teilnehmende(m) Auszubildende(n).
  • Die Pr√§mie wird f√ľr jede(n) Auszubildende(n) im Jahr 2021 nur einmal gezahlt. Die Pr√§mienzahlung ist abh√§ngig von der regelm√§√üigen Teilnahme der/des Auszubildenden an der Pr√ľfungsvorbereitung.
  • Die Teilnahme an der Pr√ľfungsvorbereitung muss der/dem Auszubildenden ohne Eigenbeteiligung am Entgelt zur Verf√ľgung gestellt werden.

Bewertung:

In den insgesamt beschlossenen √Ąnderungen der 1. F√∂rderlinie wurden zahlreiche Forderungen der BDA und ihrer Mitgliedsverb√§nde ber√ľcksichtigt, die darauf abzielen, dass das Programm nach verhaltenem Start im Jahr 2020 die Branchen und Betriebe mit ihren Auszubildenden, die am st√§rksten von der Coronakrise betroffen sind, k√ľnftig auch tats√§chlich erreicht.¬†Nicht aufgegriffen wurde trotz intensiver Bem√ľhungen eine weitere √Ėffnung der Betriebsgr√∂√üenklasse √ľber 499 Besch√§ftigte hinaus. Ebenfalls nicht umgesetzt wurde der Ausschluss der Minijobber bei der Berechnung des 50prozentigen Arbeitsausfalls in Unternehmen¬† beim Zuschuss zur Ausbilder- und Ausbildungsverg√ľtung bei deren Herausnahme aus Kurzarbeit. Damit bleibt ein schwerwiegendes Hemmnis des Zugangs von Branchen, die aus gutem Grund in relevantem Umfang Minijobber besch√§ftigen, zu dieser F√∂rderlinie des Bundesprogramms bestehen.

Die geplanten √Ąnderungen der 2. F√∂rderlinie sind zu begr√ľ√üen. Bei der Auszahlung der F√∂rdergelder an den¬†Stammausbildungsbetrieb oder an den aufnehmenden Betrieb/Tr√§ger handelt es sich um ein pragmatisches Vorgehen. Die F√∂rderh√∂he von 450 ‚ā¨ pro Woche, also 1800 ‚ā¨ pro Monat sind ausreichend, um sowohl die Ma√ünahmekosten abzudecken, als auch einen betr√§chtlichen Teil der Ausbildungsverg√ľtung. Die geplante F√∂rderung der Kosten f√ľr Pr√ľfungsvorbereitungen kann einen guten Beitrag dazu leisten, pandemiebedingte Herausforderungen bei der Vermittlung von Ausbildungsinhalten zu bew√§ltigen und Auszubildende auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss zu unterst√ľtzen.

Quelle: BDA Rundschreiben Nr. V/020/21