B√ľrokratischer Aufwand soll reduziert werden / Kostenersparnis bei Unternehmen von 200 Mio. Euro pro Jahr vorgesehen / Von Waldemar Lichter

Zagreb (GTAI) – Die kroatische Regierung m√∂chte das Gesch√§ftsklima im Land weiter verbessern und die Kostenbelastung der Unternehmen deutlich verringern. Dazu sollen eine Reihe von b√ľrokratischen Genehmigungsverfahren vereinfacht und Vorschriften abgebaut werden. Auch bei T√§tigkeiten im Dienstleistungsbereich, etwa bei Notaren oder Wirtschaftspr√ľfern, ist eine weitere Vereinfachung und Kostensenkung vorgesehen.

Auf ihrer ersten Kabinettssitzung im neuen Jahr 2017 Anfang Januar hat die kroatische Regierung einen umfangreichen Aktionsplan zur administrativen Entlastung der Wirtschaft beschlossen. Das Papier sieht insgesamt 104 Ma√ünahmen zur Verringerung b√ľrokratischer Verpflichtungen und Barrieren f√ľr Unternehmen vor, mit deren Durchf√ľhrung noch in der ersten Jahresh√§lfte begonnen werden soll. Die meisten von ihnen beziehen sich auf Vorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz und auf Verfahren zur Gr√ľndung von Unternehmen.

Die Reformen werden den Firmen nach Berechnung der Regierung eine Ersparnis von 1,5 Mrd. Kuna (Kn; rund 198,4 Mio. Euro; Wechselkurs der kroatischen Nationalbank am 9.1.17: 1 Euro = 7,56 Kn) pro Jahr bringen. Das entspricht einer Reduzierung der administrativen Kosten und Geb√ľhren von etwa 30%. Der gr√∂√üte Teil der Ersparnis (29% von derzeit 4,4 Mrd. Kn) wird dabei im Bereich Arbeitsschutz erreicht, wo eine Reihe administrativer Verpflichtungen vereinfacht beziehungsweise kostenfrei wird. So soll beispielsweise die Erstellung eines verpflichtenden Dokuments zur Risikoeinsch√§tzung f√ľr Arbeitnehmer k√ľnftig von den Unternehmen selbst online vorgenommen werden k√∂nnen und die Zahl der √§rztlichen Pflichtuntersuchungen von zwei auf eine pro Jahr reduziert werden.

Erhebliche Kostenreduzierungen sind f√ľr die Gr√ľndung und Registrierung von Firmen vorgesehen. Hier wird eine Ersparnis von 76% der derzeitigen Kosten von 60,3 Mio. Kn angestrebt. Die Gr√ľndung von Handelsgesellschaften soll k√ľnftig auf elektronischem Wege m√∂glich werden – ohne die Verpflichtung der notariellen Beglaubigung von Dokumenten oder der Erstellung eines Firmenstempels. Auch die Registrierung beim Finanzamt und bei den Sozialversicherungen sowie die Er√∂ffnung von Bankkonten werden elektronisch m√∂glich sein. √Ąhnliches ist f√ľr die Gr√ľndung von Handwerksbetrieben vorgesehen. Die Verbesserungen in diesem Bereich sollen bis Ende 2017 durchgef√ľhrt werden.

Bei dem jetzt beschlossenen Aktionsplan handele es sich nur um den Beginn der Reformen zur Verbesserung des Gesch√§ftsklimas, so Martina Dalic, stellvertretende Regierungschefin und Ministerin f√ľr Wirtschaft, Unternehmen und Handwerk. Sie sollen dazu beitragen, dass die Gesch√§ftst√§tigkeit im Land billiger und weniger stark reguliert werde. Die Regierung erhofft sich davon eine k√ľnftig g√ľnstigere Bewertung auf der Doing-Business-Rankingliste der Weltbank. Auf der aktuellen Liste 2017 belegt Kroatien den 43. Platz von 190 L√§ndern. Besonders schlecht schneidet das Land beim Umgang mit Baugenehmigungen (Rang 126) und im Bereich Unternehmensgr√ľndung (Rang 95) ab.

(Quelle:www.gtai.de)