Executive Summary 23/2026

Executive Summary 23/2026

Liebe Mitglieder und Partner,

das dieswöchigen Executive Summary für die KW 23/ 2026 bietet wie immer mit dem Fokus auf neue Entwicklungen in der deutsch-kroatischen Wirtschaftskooperation, EU-Initiativen, arbeitsrechtliche Reformen sowie sicherheits- und energiepolitische Perspektiven.


Die erste Juniwoche 2026 markiert im deutsch‑kroatischen Wirtschaftsraum einen klaren strukturellen Wendepunkt. Während die vergangenen Wochen von regulatorischer Verdichtung geprägt waren, treten nun erstmals mehrere konkret wirksame gesetzliche Änderungen und EU‑Regulierungen gleichzeitig in Kraft, die unmittelbare Auswirkungen auf Unternehmen, Investitionsmodelle und operative Prozesse haben. Im Fokus stehen dabei insbesondere Arbeitsrecht, Steuerrecht, Kapitalmarktregulierung, Digitalisierung und EU‑Finanzierungslogik.

In Deutschland rückt in dieser Woche ein besonders relevantes Thema in den Vordergrund, das für Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten unmittelbare Folgen hat. Die Umsetzung der EU Entgelttransparenzrichtlinie tritt zum 7. Juni in die operative Phase. Bereits jetzt beginnt in vielen Unternehmen die Vorbereitung auf neue Verpflichtungen, wonach Mitarbeitende Auskunft über Gehaltsstrukturen vergleichbarer Positionen verlangen können. Gleichzeitig verschärfen Gerichte die Anforderungen an die Begründung von Gehaltsunterschieden erheblich. Pauschale Argumente wie Berufserfahrung reichen künftig nicht mehr aus, vielmehr sind objektiv belegbare Kriterien erforderlich. Für Unternehmen bedeutet dies eine tiefgreifende Anpassung im HR, Vergütungsmanagement und Reporting 12

Parallel dazu konkretisieren sich steuerliche Entwicklungen aus der Deutschen Handwerkszeitung und aus der aktuellen Fachpraxis. Ein neues Urteil des Europäischen Gerichtes stellt den bisherigen Grundsatz infrage, dass ein Vorsteuerabzug zwingend eine Rechnung voraussetzt. Entscheidend soll künftig stärker die tatsächliche Leistung sein. Gleichzeitig müssen Unternehmen weiterhin mit nationaler Rechtsunsicherheit umgehen, da die praktische Umsetzung noch nicht abschließend geklärt ist. Für Betriebe entsteht damit sowohl eine Chance zur steuerlichen Optimierung als auch ein erhöhtes Risiko bei der Dokumentation 3

Zusätzliche Relevanz erhält in dieser Woche der steuerliche Bereich durch aktuelle Entwicklungen im deutschen Gesetzgebungsprozess. Das sogenannte neunte Steueränderungsgesetz wird neu eingebracht, nachdem ein vorheriger Entwurf im Bundesrat gescheitert ist. Besonders wichtig ist dabei, dass die geplante steuerfreie Entlastungsprämie endgültig nicht Bestandteil des Gesetzes ist. Gleichzeitig wird eine Erhöhung des Mindesthebesatzes der Gewerbesteuer auf rund 9,8 Prozent ab 2027 vorbereitet, wodurch aggressive Steueroptimierungsmodelle künftig an Attraktivität verlieren 4

Im Bereich Digitalisierung und Compliance wird diese Woche zusätzlich durch neue Anforderungen geprägt. Die Umsetzung von E‑Rechnungsstandards und digitaler Buchhaltung gewinnt weiter an Geschwindigkeit. Branchenverbände und Kammern weisen darauf hin, dass sich Unternehmen nicht mehr nur strategisch vorbereiten, sondern konkrete Implementierungsschritte vollziehen müssen, um künftig förderfähig und prüfungssicher zu bleiben 5

Auf europäischer Ebene bringt der 5. Juni 2026 eine der wichtigsten regulatorischen Anpassungen des Jahres. Mit dem Inkrafttreten zentraler Elemente des EU Listing Act wird der Zugang zu Kapitalmärkten für Unternehmen deutlich vereinfacht. Insbesondere entfallen zahlreiche Meldepflichten während laufender Unternehmensprozesse, wodurch administrative Hürden reduziert werden. Für wachstumsorientierte Unternehmen sowie Scale‑Ups im deutsch‑kroatischen Raum verbessert sich damit die Möglichkeit, Kapital effizienter aufzunehmen und Investoren anzusprechen 6

Parallel dazu bestätigt die Europäische Kommission mit neuen Veröffentlichungen ihre strategische Linie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Der erste European Startup and Scaleup Scoreboard zeigt, dass die EU zunehmend auf Innovation, Kapitalmarktzugang und Unternehmenswachstum setzt. Diese Entwicklung verstärkt die Bedeutung von Standorten wie Deutschland und zunehmend auch Kroatien als Teil einer integrierten europäischen Wachstumsstrategie 7

Im Bereich Finanzierung und Investitionen bleibt die Rolle der Europäischen Investitionsbank zentral, auch wenn in dieser Woche keine neuen Einzelprogramme angekündigt werden. Aktuelle Projekte, etwa im Bereich Elektromobilität und Ladeinfrastruktur, zeigen jedoch klar die Richtung. Die EIB unterstützt weiterhin gezielt den Ausbau von Energieinfrastruktur, Digitalisierung und nachhaltiger Mobilität, wodurch sich langfristige Chancen für Projektpartner aus Deutschland und Kroatien ergeben 8

Für Kroatien selbst bringt die erste Juniwoche eine wichtige strategische Einordnung auf EU Ebene. In der neuen Empfehlung der Europäischen Kommission im Rahmen des Europäischen Semesters wird klar betont, dass Kroatien seine Wachstumskräfte insbesondere durch Investitionen, Strukturreformen und eine effizientere Verwaltung stärken muss. Gleichzeitig wird das Land als stabiler, zunehmend wettbewerbsfähiger Standort innerhalb der EU bestätigt. Für Investoren aus Deutschland bleibt Kroatien damit ein attraktiver Markt – allerdings mit steigenden Anforderungen an Effizienz, Projektqualität und regulatorische Umsetzung 9

Auch im steuerlichen und digitalen Umfeld zeigen sich in Kroatien weitere Fortschritte. Die laufende Implementierung von Fiscalization 2.0, insbesondere im Bereich elektronischer Rechnungen, verändert die Geschäftsprozesse nachhaltig. Unternehmen müssen sich auf vollständig digitale Abläufe einstellen, was kurzfristig Investitionen erfordert, langfristig jedoch zu höherer Transparenz und Effizienz führt 10

Executive Summary 23/2026

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