F√ľr die Investitionsf√∂rderung stehen zahlreiche Instrumente zur Verf√ľgung. Verbesserte Rahmenbedingungen sollen f√ľr strategisch wichtige¬†Vorhaben geschaffen werden.

16.03.2021

Von Waldemar Lichter, Snjezana Buhin Peharec (GTAI Zagreb) | Zagreb

Zur Unterst√ľtzung von Investitionen in Kroatien stehen zahlreiche Instrumente zur Verf√ľgung. Dazu geh√∂ren zum einen Investitionsbeihilfen aus Mitteln der Strukturfonds der Europ√§ischen Union (EU), zum anderen k√∂nnen Steuerverg√ľnstigungen und Zusch√ľsse der Regierung in Anspruch genommen werden.

Investitionsfördergesetz

Das 2015 verabschiedete und mehrfach novellierte Investitionsf√∂rdergesetz (Amtsblatt Narodne novine 102/2015 sowie 25/2018, 114/2018, 32/2020 und 20/2021) sieht ein breit gef√§chertes F√∂rderinstrumentarium vor. So kann ein verringerter K√∂rperschaftsteuersatz geltend gemacht werden. Dar√ľber hinaus gibt es verschiedene Beihilfen. So werden Kosten geschaffener Arbeitspl√§tze sowie die daf√ľr erforderlichen Ausbildungskosten bezuschusst. F√ľr arbeitsintensive Investitionsprojekte gelten h√∂here F√∂rderquoten. Zus√§tzliche Zusch√ľsse gibt es auch bei kapitalintensiven Vorhaben mit einem Investitionsvolumen ab 5 Millionen Euro sowie bei der Entwicklung neuer Produkte. Eine detaillierte √úbersicht ist beim kroatischen¬†Wirtschaftsministerium¬†einsehbar.

Generell werden Investitionen in das verarbeitende Gewerbe sowie in die Entwicklung neuer oder die Verbesserung bestehender Produkte¬†und Produktionstechnologien unterst√ľtzt. F√∂rderf√§hig sind zudem Investitionsprojekte im Bereich unterst√ľtzende Gesch√§ftsaktivit√§ten wie Business Process Outsourcing (BPO), Call-Center, Logistik- und Distributionseinrichtungen sowie Kompetenzzentren in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Software wie auch Dienstleistungst√§tigkeiten, die einen hohen Mehrwert aufweisen. Dazu z√§hlen vor allem die Kreativwirtschaft, Architekturdienste, Tourismus (etwa Bau von Vier- und F√ľnf-Sterne-Hotels), beratende Dienstleistungen sowie Industrieengineering.

Kriterien f√ľr Investitionsf√∂rderung

Gef√∂rdert werden k√∂nnen in Kroatien registrierte¬†Unternehmen. Die f√∂rderf√§hige Investitionssumme h√§ngt von der Unternehmensgr√∂√üe ab. Bei Mikrounternehmen liegt der Mindestwert bei 50.000 Euro bei drei neu geschaffenen Arbeitspl√§tzen; bei kleinen und mittleren Unternehmen¬†sowie Gro√üunternehmen betr√§gt dieser 150.000 Euro bei f√ľnf neuen Arbeitsstellen. Der Aufbau von Informations- und Kommunikationstechnologie und Softwarekompetenzzentren ist generell schon bei einem Investitionsvolumen von 50.000 Euro und mindestens zehn neuen Arbeitspl√§tzen f√∂rderf√§hig. Seit M√§rz 2020 k√∂nnen zudem Investitionen in die Modernisierung und Produktivit√§tssteigerung von Gesch√§ftsprozessen (Automatisierung und 4.0-Vernetzung) ab 500.000 Euro unterst√ľtzt werden.

Regional unterschiedliche Förderhöhe

Bei Investitionsanreizen ist die maximale F√∂rderintensit√§t gem√§√ü der Verordnung √ľber regionale Beihilfen zu beachten. Bis Ende 2021 gilt noch die Aufteilung Kroatiens in zwei statistische Regionen der NUTS-2-Ebene. Im kontinentalen Landesteil samt der Hauptstadtregion liegt die maximale F√∂rderquote f√ľr Gro√üunternehmen bei 25 Prozent der f√∂rderf√§higen Investitionskosten. In der Adria-Region betr√§gt sie 35 Prozent. Bei kleinen Unternehmen wird die Quote jeweils um 20, bei mittelst√§ndischen um 10 Prozentpunkte aufgestockt. Ab 2022 wird Kroatien in vier Regionen der NUTS-2-Ebene (Pannonisches Kroatien, Stadt Zagreb, Nordkroatien und Adriatisches Kroatien) aufgeteilt, was die regionale Wirtschaftskraft besser widerspiegeln wird.

Status strategischer Investitionen soll Projekte beschleunigen

In Kroatien gilt seit 2018 ein neues Gesetz √ľber die strategischen Investitionsprojekte (Amtsblatt Narodne novine 29/2018 und 114/2018). Es sieht beschleunigte Genehmigungsverfahren und den Abbau administrativer H√ľrden vor. Diese Projekte m√ľssen einen¬†Mindestwert¬†von umgerechnet 10 Millionen Euro aufweisen und durch eine Regierungsentscheidung als strategisch eingestuft werden. Die aktuelle Liste strategischer Vorhaben kann beim¬†Ministerium f√ľr Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung¬†abgerufen werden. Allerdings hat sich das Gesetz¬†bisher nur geringf√ľgig darauf ausgewirkt, Investitionsvorhaben, vor allem die privater Investoren zu beschleunigen.

Die GTAI stellt ausf√ľhrliche Informationen zum¬†Wirtschafts- und Steuerrecht¬†sowie zu¬†Einfuhrregelungen, Z√∂llen und nichttarif√§ren Handelshemmnissen¬†zur Verf√ľgung.

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Text √ľbernommen von: https://www.gtai.de/gtai-de/trade/wirtschaftsumfeld/bericht-wirtschaftsumfeld/kroatien/foerdermassnahmen–593098