Executive Summary, 19/2026

Executive Summary, 19/2026

Liebe Mitglieder und Partner,

das dieswöchigen Executive Summary für die KW 19/ 2026 bietet wie immer mit dem Fokus auf neue Entwicklungen in der deutsch-kroatischen Wirtschaftskooperation, EU-Initiativen, arbeitsrechtliche Reformen sowie sicherheits- und energiepolitische Perspektiven.

Die erste Maiwoche bringt im deutsch‑kroatischen Wirtschaftsraum mehrere qualitativ neue Impulse, die sich klar von den Vorwochen abgrenzen. Auffällig ist, dass regulatorische und politische Entscheidungen dieser Woche unmittelbare operative Konsequenzen für Unternehmen haben.  Insbesondere in den Bereichen Energie und erneuerbare Technologien, Steuern und Compliance, Außenwirtschaftssicherheit sowie der bilateralen deutsch‑kroatischen Zusammenarbeit. Für Unternehmen geht es in dieser Woche weniger um konjunkturelle Einordnung, sondern um Anpassungsbedarf und neue Chancen.

 

Europäische Ebene: Neue Regeln mit unmittelbarer Wirkung für Energieprojekte und Finanzierung

Ein zentrales, klar neues Thema dieser Woche betrifft die Förderfähigkeit erneuerbarer‑Energie‑Projekte. Ab dem 1. Mai 2026 gelten neue interne Leitlinien der Europäischen Kommission, die bereits an Finanzierungsinstitute kommuniziert wurden. Demnach dürfen EU‑geförderte Projekte (inklusive EIB‑ und EIF‑Finanzierungen) keine Wechselrichter und Power‑Conversion‑Systeme von Anbietern aus als „hochrisikoreich“ eingestuften Drittstaaten (u. a. China, Russland, Iran, Nordkorea) mehr einsetzen. Die Regelung betrifft ausdrücklich Solar‑, Wind‑ und Batteriespeicherprojekte, auch bei Kombinationen mit Energy‑Storage‑Systemen. Für bereits weit fortgeschrittene Projekte gelten Übergangsfristen, neue Projekte müssen ihre Lieferketten jedoch sofort anpassen. Für viele Unternehmen im deutsch‑kroatischen Raum – insbesondere Planer, EPC‑Unternehmen, Projektentwickler und Zulieferer – entsteht dadurch akuter Handlungsbedarf, gleichzeitig aber eine Marktchance für europäische Technologieanbieter. 1

Parallel dazu beschließt der ECOFIN‑Rat am 5. Mai 2026 neue Regeln zur Stärkung der Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug. Europäische Ermittlungsbehörden wie EPPO und OLAF erhalten künftig direkteren Zugriff auf grenzüberschreitende VAT‑Daten, insbesondere aus dem Eurofisc‑Netzwerk. Für Unternehmen bedeutet dies eine deutlich höhere Transparenzanforderung bei innergemeinschaftlichen Leistungen und Lieferketten, insbesondere im Projekt‑ und Dienstleistungsgeschäft. Mittel‑ und langfristig sinken zwar Wettbewerbsverzerrungen, kurzfristig steigen aber die Anforderungen an steuerliche Compliance, Dokumentation und Reporting. 2

 

Deutschland: Finanzielle Spielräume verengen sich, Reformdruck steigt

Auf nationaler Ebene prägen in dieser Woche vor allem neue Signale der deutschen Wirtschaft und Finanzpolitik das Bild. Die DIHK verweist im Zuge der Mai‑Steuerschätzung darauf, dass die finanziellen Spielräume für politische Entlastungen spürbar enger werden. Gleichzeitig fordert die Wirtschaft nicht neue Programme, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungen, um Investitionen nicht weiter zu verzögern. Beim IHK‑Tag am 7. Mai 2026 betont DIHK‑Präsident Peter Adrian, dass Deutschland ohne strukturelle Reformen Gefahr läuft, auch bei vorhandener Nachfrage Investitionen zu verlieren. 3

Für kroatische Unternehmen mit Aktivitäten oder Expansionsplänen in Deutschland wird damit die eigene Wettbewerbsposition wichtiger: Wer schnell umsetzbare Leistungen, Fachkräfte oder modulare Lösungen anbieten kann, trifft auf reale Nachfrage – gerade im Bau‑, Energie‑ und Infrastruktursektor.

 

Kroatien und bilaterale Dimension: Neuer deutsch‑kroatischer Aktionsplan bis 2030

Das politisch und wirtschaftlich wichtigste Ereignis dieser Woche ist die Unterzeichnung eines neuen deutsch‑kroatischen Aktionsplans für die Jahre 2026 bis 2030. Am 8. Mai 2026 unterzeichnen die Außenminister beider Länder in Berlin eine Gemeinsame Erklärung zur vertieften Zusammenarbeit, begleitet von einer Projektliste. Neu ist nicht die Zusammenarbeit an sich, sondern deren strategische Fokussierung: Im Zentrum stehen Energie, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Infrastruktur sowie die gemeinsame Nutzung von Hafen‑ und Logistikkapazitäten (u. a. Rijeka und Zadar). Für Unternehmen schafft dieser Plan keinen Rechtsanspruch, aber einen klaren politischen Rückenwind, der insbesondere bei Förderentscheidungen, Delegationen und Projektpriorisierungen Wirkung entfaltet. 4

 

Recht und Regulierung in Kroatien: Stärkung der Finanzmarkt‑Resilienz

Kurz vor Beginn dieser Woche, aber mit unmittelbarer Wirkung im Mai, verabschiedet das kroatische Parlament Änderungen im Gesetz zur Bankenabwicklung und Krisenprävention, um die vollständige Angleichung an EU‑Vorgaben (BRRD) sicherzustellen. Neu geregelt werden insbesondere Haftungskaskaden und Rangfolgen von Gläubigern, um Bankenkrisen künftig ohne Belastung öffentlicher Haushalte bewältigen zu können. Für Unternehmen und Investoren erhöht dies die Rechtssicherheit im Finanzsystem, insbesondere bei Finanzierungen größerer Projekte. 5

 

Außenwirtschaft und GTAI: Welthandel unter Druck, Vorbereitung gewinnt an Bedeutung

Die AHK World Business Outlook Frühjahrsbefragung 2026, die in dieser Woche veröffentlicht wird, zeichnet ein deutlich nüchterneres Bild der Weltwirtschaft. Deutsche Unternehmen berichten von zunehmenden Handelshemmnissen, geopolitischen Risiken und regulatorischer Komplexität. Gleichzeitig zeigt sich, dass Firmen verstärkt auf digitale Verfahren, regionale Netzwerke und rechtssichere EU‑Standorte setzen. Für Kroatien bestätigt sich damit der Trend, als EU‑interner Standort für Projekte, Dienstleistungen und Teilfertigungen an Bedeutung zu gewinnen. 3

GTAI weist zudem auf den zunehmenden Beratungsbedarf bei Exportkontrolle, Zoll‑ und Steuerfragen hin – ein direkter Effekt der neuen EU‑Regeln und geopolitischen Spannungen. Unternehmen, die frühzeitig ihre Strukturen überprüfen, können Risiken minimieren und Förderfähigkeit sichern. 6

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Noch ein kurzer Hinweis: Für konkrete Fragestellungen – etwa zu Übersetzungen,Qualifizierungsangeboten (wie z. B. LEGO® SERIOUS PLAY®), Diestleistungsangeboten(Inbound, Callcenter, Forderungsmanagment, Backoffice oder Administration, etc.) oder Anbietern aus dem Bau- und Ausstattungsbereich (z. B. Hersteller von Fenster oder Küchenbauer), verweisen wir bei Bedarf gerne auf Partner aus unserem Netzwerk.

Executive Summary, 19/2026

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