Liebe Mitglieder und Partner,
das dieswöchigen Executive Summary für die KW 21/ 2026 bietet wie immer mit dem Fokus auf neue Entwicklungen in der deutsch-kroatischen Wirtschaftskooperation, EU-Initiativen, arbeitsrechtliche Reformen sowie sicherheits- und energiepolitische Perspektiven.
In der Woche vom 18. bis 23. Mai 2026 verdichtet sich im deutsch‑kroatischen Wirtschaftsraum eine zentrale Entwicklung: Die regulatorische und steuerliche Detailtiefe steigt deutlich an, während parallel neue europäische und nationale Maßnahmen die operative Realität von Unternehmen zunehmend bestimmen. Im Gegensatz zu den Vorwochen stehen nun weniger politische Ankündigungen im Vordergrund, sondern vielmehr konkrete regulatorische Anforderungen, steuerliche Änderungen und strukturelle Anpassungen, die unmittelbare Umsetzung erfordern.
In Deutschland rücken insbesondere neue Entwicklungen aus dem Umfeld der Deutschen Handwerkszeitung (DHZ) in den Fokus, die für Unternehmen unmittelbare Relevanz besitzen. Zentrale Bedeutung kommt dabei einer Reihe aktueller steuerlicher und rechtlicher Entscheidungen zu, die in ihrer Summe den Handlungsspielraum von Unternehmen neu definieren. So zeigen aktuelle Urteile des Bundesfinanzhofs sowie finanzgerichtliche Entscheidungen, dass sich die Anforderungen an Rechnungsstellung, Vorsteuerabzug und steuerliche Gestaltungsspielräume deutlich verschärfen. Gleichzeitig eröffnen neue Interpretationen bei Themen wie Investitionsabzugsbetrag oder Aktivrente gezielte Optimierungsmöglichkeiten, erfordern aber eine deutlich professionellere steuerliche Planung. 1
Parallel dazu treten neue europäische Vorgaben unmittelbar in den betrieblichen Alltag ein. Besonders hervorzuheben ist die neue EU‑Verpackungsverordnung (PPWR), die nun konkretisiert wird und für zahlreiche Branchen – vom Lebensmittelhandwerk bis zur Bauwirtschaft – unmittelbare Auswirkungen entfaltet. Unternehmen müssen künftig strengere Anforderungen in Bezug auf Verpackung, Recyclingfähigkeit und Lieferketten einhalten. Dies betrifft auch kleinere Betriebe, die bislang nur indirekt mit solchen ESG‑Anforderungen konfrontiert waren. 1
Ebenfalls von hoher strategischer Bedeutung ist der zunehmende Rollout des digitalen Produktpasses, der Unternehmen verpflichtet, detaillierte Informationen zu Herkunft, CO₂‑Bilanz und Recyclingfähigkeit ihrer Produkte bereitzustellen. Diese Entwicklung markiert einen strukturellen Wandel: Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette wird von einer freiwilligen Maßnahme zu einer verbindlichen unternehmerischen Pflicht. Für viele mittelständische Unternehmen entsteht damit ein zusätzlicher administrativer Aufwand, gleichzeitig aber auch die Chance, sich als nachhaltiger und transparenter Anbieter zu positionieren. 1
Auch steuerlich verschiebt sich der Fokus zunehmend in Richtung Fristen- und Compliance‑Management. Die anstehende Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 bis Ende Juli unterstreicht die wachsende Bedeutung einer strukturierten Finanz- und Steuerplanung. Verspätungen führen nicht nur zu Sanktionen, sondern können zunehmend auch Auswirkungen auf Kreditwürdigkeit, Förderfähigkeit und öffentliche Aufträge haben. 1
Auf europäischer Ebene verstärken sich in dieser Woche die Signale für eine gleichzeitige Verschärfung und Entlastung der Regulierung. Die EU treibt ihre Initiativen zur Stärkung des Binnenmarktes weiter voran und hat einen klaren Fahrplan beschlossen, um zentrale Projekte wie den digitalen Binnenmarkt, die Vereinfachung von Berichtspflichten und neue Finanzierungsinstrumente für KMU bis Ende 2026 umzusetzen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu erhöhen und gleichzeitig administrative Kosten zu reduzieren. 2
Gleichzeitig zeigt die Veröffentlichung der EU‑Frühjahrsprognose 2026, dass sich das wirtschaftliche Umfeld weiter eintrübt. Eine Kombination aus geopolitischen Spannungen und steigenden Energiepreisen führt zu gedämpften Wachstumserwartungen und erhöhter Inflation innerhalb der EU. 3 Für Unternehmen bedeutet dies: Investitionsentscheidungen werden vorsichtiger getroffen, während Kostenstrukturen stärker unter Druck geraten.
Ein bedeutender neuer Impuls kommt aus Kroatien: Mit der Verabschiedung der Novelle des Ausländergesetzes (Foreigners Act) setzt das Land gezielt auf eine strukturelle Modernisierung des Arbeitsmarktes. Die Reform erleichtert Unternehmen einerseits den Zugang zu internationalen Fachkräften – etwa durch flexiblere Arbeitgeberwechsel und effizientere Genehmigungsprozesse –, erhöht andererseits aber die regulatorischen Anforderungen und Kontrollen deutlich. 4
Für Unternehmen im deutsch‑kroatischen Kontext ist dies von zentraler Bedeutung:
Der Fachkräftemangel wird künftig verstärkt durch gezielte internationale Rekrutierungsstrategien adressiert, gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Compliance, Dokumentation und arbeitsrechtliche Standards. Dies betrifft insbesondere Branchen wie Bau, Tourismus, Logistik und Industrie, die stark auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind.
Makroökonomisch bleibt Kroatien stabil, bewegt sich jedoch in Richtung einer moderateren Wachstumsdynamik. Für 2026 wird ein Wachstum von rund 2,7 % bei gleichzeitig erhöhter Inflation erwartet, was auf steigende Kosten und zunehmende Unsicherheit hinweist. 5 Dies verstärkt den Transformationsdruck auf Unternehmen, insbesondere im Bereich Effizienz, Digitalisierung und Investitionsstrategie.



