Coronabedingt hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit 2020 zwar weniger Arbeitgeber kontrolliert, die Summe der aufgedeckten Sch√§den aber dennoch deutlich erh√∂hen k√∂nnen. Dabei setzten die Pr√ľfer auf ver√§nderte Fahndungsschwerpunkte. ¬†

Der Zoll hat sich durch Covid-19 nicht von seiner Arbeit abbringen lassen. „Gerade in der Corona-Pandemie ist der Zoll unverzichtbar“, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) bei der Vorstellung der Jahresbilanz. „In vielen Bereichen hat der Zoll direkt oder indirekt dazu beigetragen, dass wir gut durch die Pandemie gekommen sind“, f√ľgte er hinzu. Dies gelte nicht nur f√ľr die z√ľgige Abfertigung von Corona-Schutzkleidung oder Impfstoffen. Dies gelte auch f√ľr den Kampf gegen Schmuggel sowie die Bek√§mpfung von Schwarzarbeit und illegaler Besch√§ftigung.

Weniger Pr√ľfungen bei Arbeitgebern

So habe die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Strafverfahren und mehr als 57.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. „Die Gesamtsumme der aufgedeckten Sch√§den wurde um √ľber acht Prozent erh√∂ht – von 755,4 Millionen Euro auf 816,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr“, betonte Scholz. ¬†Dabei ist nach seinen Worten die Zahl der Pr√ľfungen bei Arbeitgebern coronabedingt von 54.733 im Jahr 2019 auf 44.702 zur√ľckgegangen, auch die Zahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren sank. Dazu z√§hlen etwa Pr√ľfungen im Friseurhandwerk, im Gastgewerbe oder beim Messebau, hie√ü es im Bundesfinanzministerium.

Paketdienstleister und Fleischwirtschaft im Visier

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat nach Angaben des Ministeriums neue Pr√ľfschwerpunkte gesetzt und beispielsweise Schwerpunktpr√ľfungen in der Fleischwirtschaft organisiert. Hinzu kamen nach Auskunft der Generalzolldirektion vermehrt Pr√ľfungen am Bau oder bei Paketdienstleistern, um Mindestlohn-S√ľndern, Sozialversicherungs-Betr√ľgern, Scheinselbst√§ndigen und illegal Besch√§ftigten auf die Schliche zu kommen. Wie Scholz weiter sagte, soll die Zahl der Mitarbeiter bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit bis Ende des Jahrzehnts weiter aufgestockt werden.

Zahl der Ermittlungsfälle erhöht

Insgesamt hat der Zoll im vergangenen Jahr deutlich mehr Delikte verfolgt, wie der Minister weiter berichtete. So ist die Zahl der Ermittlungsf√§lle um mehr als acht Prozent auf 13.663 gestiegen. Dabei haben die Z√∂llner nicht nur 105 Millionen Zigaretten, sondern auch fast zehn Tonnen Kokain und mehr als drei Tonnen Marihuana sichergestellt. Insbesondere zu Beginn der Pandemie seien auch Masken aufgetaucht, die den Betroffenen keinerlei Schutz gebracht h√§tten, f√ľgte Scholz hinzu.

 

Quelle: Deutsche Handwerkszeitung, Karin Brink, 03. Mai 2021