Liebe Mitglieder und Partner,
das dieswöchigen Executive Summary für die KW 05 / 2026 bietet wie immer mit dem Fokus auf neue Entwicklungen in der deutsch-kroatischen Wirtschaftskooperation, EU-Initiativen, arbeitsrechtliche Reformen sowie sicherheits- und energiepolitische Perspektiven.
Die wirtschaftlich relevanten Entwicklungen dieser Woche lassen sich klar von den bereits im KWVD‑Executive‑Summary der Vorwoche (KW 04/2026) veröffentlichten Inhalten abgrenzen. Beim erneuten Abgleich zeigt sich, dass inhaltlich zwar dieselben Themenfelder berührt werden, nun jedoch präzisere und vollständig bestätigte Daten vorliegen, die für Unternehmen im deutsch‑kroatischen Wirtschaftsraum zusätzliche Tiefe und Verlässlichkeit bieten.
In Kroatien liegen jetzt die aktuellen Veröffentlichungen des Državni zavod za statistiku für Dezember 2025 und November 2025 vor. Diese zeigen ein differenziertes Bild: Die Inflation stieg im Jahresvergleich um 3,3 Prozent, während sie sich gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent verringerte. Dies deutet auf eine allmähliche Entspannung des Preisniveaus hin und schafft Spielräume für Unternehmen mit hoher Kostenexponierung. Gleichzeitig bestätigt die Industrieproduktion ihre starke Dynamik. Im November 2025 lag der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr bei 8,8 Prozent und auch im Monatsvergleich wurde ein Plus von 1,1 Prozent verzeichnet. Diese Zahlen sind insofern bedeutsam, als sie ein belastbares Signal für einen stabilen industriellen Start ins Jahr 2026 liefern, was insbesondere für Produktions‑, Zuliefer‑ und Logistikpartnerschaften zwischen Deutschland und Kroatien relevant ist. Ergänzend dazu weisen die neuen Daten zu den Produzentenpreisen im Bausektor für Dezember 2025 moderate Steigerungen aus. Die Preise für Baumaterialien erhöhten sich im Monatsvergleich um 0,3 Prozent und im Jahresvergleich um 3,4 Prozent. Dies ist für Investoren und Bauunternehmen insofern wichtig, als die Preisdynamik im Bau im Vergleich zu früheren Phasen deutlich verhaltener verläuft und damit die Kalkulierbarkeit künftiger Projekte zunimmt.
Für Deutschland liegen nun die endgültig bestätigten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Wirtschaftsjahr 2025 vor. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist um 0,2 Prozent gewachsen, kalenderbereinigt um 0,3 Prozent. Diese bestätigte Datengrundlage konkretisiert die Ausgangslage für das deutsche Wirtschaftsjahr 2026 und unterstreicht eine verhaltene, aber stabile Grunddynamik. Besonders relevant für die Unternehmensplanung ist die ebenfalls validierte Inflationsrate. Sie liegt für das Gesamtjahr 2025 bei 2,2 Prozent, während die Dezemberrate mit 1,8 Prozent den niedrigsten Wert seit längerer Zeit markiert. Das bedeutet, dass sich der Preisauftrieb spürbar verlangsamt hat und Unternehmen in den kommenden Monaten mit einer stabileren und besser prognostizierbaren Kostenlandschaft kalkulieren können. Für deutsch‑kroatische Geschäftsbeziehungen ist dies bedeutsam, da viele Branchen auf grenzüberschreitende Preis‑ und Beschaffungsmodelle angewiesen sind und damit von einem geringeren Inflationsrisiko profitieren. 12
Auf europäischer Ebene zeigen sich erstmals deutliche praktische Auswirkungen der seit dem 9. Januar 2025 bindenden EU‑Regeln zu Echtzeitüberweisungen. Während in der vergangenen Woche noch keine breitenwirksamen Veränderungen sichtbar waren, berichten Unternehmen nun spürbar von der aktiven Umsetzung. Echtzeitüberweisungen müssen von Zahlungsdienstleistern entgegengenommen werden, ab Oktober 2025 gilt zudem eine Versandpflicht. Ebenso wichtig ist die Kostenparität zwischen Standard‑ und Echtzeitüberweisungen, die nun verbindlich ist. Eine wesentliche Neuerung stellt der verpflichtende IBAN‑Namensabgleich dar, der Sicherheitsrisiken im Zahlungsverkehr reduziert. Für Unternehmen mit engen deutsch‑kroatischen Verflechtungen bedeutet dies Anpassungen in Liquiditätsplanung, Zahlungsprozessen und interner Compliance, insbesondere wenn grenzüberschreitende Transaktionen in hoher Frequenz durchgeführt werden. Die erstmals erkennbaren Auswirkungen machen diese Woche zu einem Wendepunkt in der praktischen Umsetzung des neuen europäischen Zahlungsrahmens.
Eine zusätzliche Veränderung ergibt sich im Bereich der elektronischen Rechnungsstellung in Deutschland. Während die gesetzlichen Grundlagen bereits seit dem 1. Januar 2025 gelten, zeigt sich erst jetzt eine deutliche Resonanz aus der Unternehmenspraxis. Verbände und Betriebe berichten vermehrt über Implementierungsprobleme, die insbesondere KMU und Handwerksbetriebe betreffen. Dies betrifft sowohl die technische Umsetzung als auch die Kompatibilität mit bestehenden Systemen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat daher die laufende bundesweite Umfrage bis zum 27. Februar 2026 erneut in den Fokus gerückt. Dies ist aus deutsch‑kroatischer Perspektive relevant, weil viele kroatische Unternehmen zunehmend für deutsche Auftraggeber tätig sind und fehlerhafte oder inkompatible Rechnungsformate schnell zu Zahlungs‑ und Prozessstörungen führen können. Die nun sichtbare Dringlichkeit der Software‑Modernisierung sollte daher als operatives Warnsignal verstanden werden.



