Sehr geehrte Damen und Herren,

die Arbeitslosenzahl im Juli 2022 ist gestiegen.

Die Bundesagentur f√ľr Arbeit (BA) hat am 29.07.2022 die Arbeitsmarktzahlen f√ľr Juli 2022 vorgelegt.

Arbeitsmarktentwicklung im Juli:

  • Arbeitslosenzahl im Juli 2022: +107.000 auf 2.470.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -120.000
  • Arbeitslosenquote gegen√ľber Vormonat: +0,2 Prozentpunkte auf 5,4 %
  • in Anzeigen f√ľr Kurzarbeit genannte Personen im Juli 2022 (bis einschlie√ülich 25. Juli): 36.000 Personen

Einsch√§tzung der Arbeitsmarktlage f√ľr Juli durch die BA:

Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit

Der Beginn der Sommerpause und die Erfassung ukrainischer Gefl√ľchteter f√ľhren im Juli 2022 zu einem weiteren deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegen√ľber dem Vormonat, und zwar um 107.000 auf 2.470.000. Saisonbereinigt hat die Zahl der Arbeitslosen um 48.000 zugenommen. Der au√üergew√∂hnlich starke Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Monat h√§ngt nicht mit Problemen am Arbeitsmarkt zusammen, sondern geht auf die Fluchtmigration infolge des russischen Angriffskrieges zur√ľck.

Verglichen mit dem Juli des vorigen Jahres ist die Arbeitslosenzahl um 120.000 geringer. Die Arbeitslosenquote stieg von Juni auf Juli um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 % und liegt damit 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Juni auf 3,0 %.

Die Unterbesch√§ftigung, die zus√§tzlich zur Arbeitslosigkeit auch Ver√§nderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunf√§higkeit ber√ľcksichtigt, ist saisonbereinigt gegen√ľber dem Vormonat um 63.000 gestiegen. Sie lag im Juli 2022 bei 3.217.000 Personen. Das waren 126.000 weniger als vor einem Jahr.

Kurzarbeit

Vor Beginn von Kurzarbeit m√ľssen Betriebe eine Anzeige √ľber den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu gepr√ľften Anzeigen wurde vom 1. bis einschlie√ülich 25. Juli f√ľr 36.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

Aktuelle Daten zur tats√§chlichen Inanspruchnahme stehen bis Mai 2022 zur Verf√ľgung. So wurde nach vorl√§ufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur f√ľr Arbeit in diesem Monat f√ľr 328.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Damit war die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit weiter r√ľckl√§ufig.

Erwerbsfähigkeit und Beschäftigung

Erwerbst√§tigkeit und sozialversicherungspflichtige Besch√§ftigung nehmen weiter zu. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbst√§tigen (nach dem Inlandskonzept) im Juni 2022 saisonbereinigt gegen√ľber dem Vormonat um 24.000 gestiegen. Mit 45,57 Mio. Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 610.000 h√∂her aus.

Die sozialversicherungspflichtige Besch√§ftigung nahm saisonbereinigt von April auf Mai 2022 um 45.000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie im Mai nach Hochrechnungen der BA um 681.000 auf 34,43 Mio. Besch√§ftigte gestiegen. 7,29 Mio. Personen hatten im Mai 2022 eine geringf√ľgig entlohnte Besch√§ftigung, 282.000 mehr als im Vorjahresmonat. Darunter waren 4,12 Mio. ausschlie√ülich und 3,17 Mio. im Nebenjob geringf√ľgig entlohnt besch√§ftigt. Das Plus gegen√ľber dem Vorjahr geht weit √ľberwiegend auf die im Nebenjob geringf√ľgig entlohnt Besch√§ftigten zur√ľck.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuem Personal bewegt sich im Juli weiter auf sehr hohem Niveau, ging aber zuletzt etwas zur√ľck. So waren 881.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 136.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen gegen√ľber dem Vormonat um 11.000 verringert. Der BA-Stellenindex (BA-X) ‚Äď ein Indikator f√ľr die Nachfrage nach Personal in Deutschland ‚Äď sank im Juli 2022 um 2 auf 134 Punkte.

 

Quelle: BDA, IV/089a/22