Executive Summary KW 09/2026

Executive Summary KW 09/2026

Liebe Mitglieder und Partner,

das dieswöchigen Executive Summary für die KW 09 / 2026 bietet wie immer mit dem Fokus auf neue Entwicklungen in der deutsch-kroatischen Wirtschaftskooperation, EU-Initiativen, arbeitsrechtliche Reformen sowie sicherheits- und energiepolitische Perspektiven.

In Deutschland verfestigt sich das kurzfristige Konjunkturbild durch die jüngsten Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts und der Ressorts der Bundesregierung. Die Industrieproduktion hatte im Dezember einen spürbaren Rücksetzer verzeichnet, was die bereits kommunizierte Vorsicht im Investitionsgüterzyklus unterstreicht, gleichzeitig aber im Dreimonatsbild noch eine leichte Aufwärtsbewegung zeigt. Der Rückgang betraf vor allem Automobil und Maschinenbau, während der Bau am Jahresende Zugewinne meldete und damit einen Teil der Aktivität stützte. Für die laufende Planungsrunde ergibt sich daraus die Empfehlung, Kapazitäten in zyklischen Exportsparten eng zu steuern und parallel Bau nahe Losgrößen sowie Metallverarbeitung und andere Transportausrüstungen als Brückenfelder zu nutzen. Die offiziellen Reihen zu Produktion und Auftragseingängen bleiben in Summe uneinheitlich, weshalb die kurzfristige Steuerung von Working Capital und Beständen weiterhin Priorität behalten sollte.

Die Bundesregierung flankiert die schwache außenwirtschaftliche Umwelt durch eine stärker koordinierte Förderarchitektur. Mit dem neuen digitalen Förderlotsen für Wachstumsmärkte steht seit Mitte Februar eine zentrale Anlaufstelle bereit, die Förderangebote der Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit bündelt und auf konkrete Vorhaben mappt. Für deutsch kroatische Konsortien in Energie, Wasser, Gesundheit und Digitalisierung senkt das die Such und Transaktionskosten bei der Mittelakquise und beschleunigt die Projektvorbereitung. Die Projektion im Jahreswirtschaftsbericht 2026 bleibt verhalten positiv und verweist auf eine Erholung, die vor allem von öffentlichen und privaten Investitionen sowie leicht steigenden Realeinkommen getragen werden soll. Das hilft für die Kalkulation in inlandsnahen Segmenten und bei Investitionen in energieeffiziente Anlagen.

In Kroatien dominiert in dieser Woche die makrofinanzielle Perspektive. Die Europäische Kommission hat die achte Auszahlung aus der Aufbau und Resilienzfazilität in Höhe von rund 897 Millionen Euro positiv bewertet und auf den Weg gebracht. Die Tranche ist an die Erfüllung von Meilensteinen in Energie, Gesundheit, Verwaltung, Arbeitsmarkt und Infrastruktur geknüpft. Besonderes Augenmerk liegt auf Projekten zur Versorgung abgelegener Regionen im Gesundheitswesen und auf Fortschritten bei Energie und Netzinfrastruktur, die für Zulieferer aus Deutschland und Joint Ventures mit kroatischen Partnern ein verlässlicher Startpunkt für Angebots und Genehmigungsphasen sind. Dass sowohl internationale als auch kroatische Wirtschaftsportale diese Entscheidung prominent aufgegriffen haben, verbessert die Sichtbarkeit für anstehende Ausschreibungen und Co Finanzierungen mit nationalen Programmen.

Die kurzfristigen Preis und Nachfragesignale in Kroatien waren ebenfalls neu und relevant. Das Statistikamt meldete in der zweiten Februarhälfte einen vorläufigen Teuerungswert für Januar von 3,4 Prozent, nach 3,3 Prozent im Dezember. Gleichzeitig wurde für Dezember ein Plus bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr kommuniziert, was den anhaltenden Rückenwind im Tourismus bestätigt. Für Anbieter in Hotellerie, Energieeffizienz, Kühl und Klimatechnik sowie Personal und Logistik sind diese Daten eine Stütze für die Feinplanung zwischen Ostern und Frühsommer. In der Kalkulation empfiehlt sich eine realistische Annahme etwas höherer Dienstleistungspreise bei weiter robustem Gästeaufkommen, vor allem in Küstenregionen und Städten mit guter Anbindung.

Aus der Verbandswelt in Deutschland erreichten den Markt zwei Hinweise, die für die bilaterale Zusammenarbeit operative Konsequenzen haben. Der Industrieverband BDI erneuerte seine Warnung vor industriepolitischen Local Content Vorgaben in Europa, da diese Lieferketten verteuern und den Wettbewerb verzerren könnten. Für deutsch kroatische Projekte ist die Botschaft klar. Strukturieren sie ihre Beschaffung frühzeitig, achten sie auf Kompatibilität mit europäischem Vergaberecht und hinterlegt Varianten, die Wertschöpfung in beiden Ländern abbilden, ohne Ausschreibungsanforderungen zu überdehnen.

In Hessen adressiert die VhU die Weichenstellung für Rechenzentren und digitale Infrastruktur und mahnt planungssichere, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen an.

Für kroatische IT Dienstleister und Bau sowie Energiepartner, die in Frankfurt und Umgebung aktiv werden wollen, sind dies wertvolle Ankerpunkte für Akquise und Partnering.

Auf der Förder und Finanzierungsseite lohnt in dieser Woche der Blick auf die EIB Pipeline nur, um festzuhalten, dass sie nach dem Rekordjahr weiterhin auf klima und infrastrukturorientierte Operationen setzt, jedoch ohne neue spezifische Kroatientransaktionen in genau dieser Kalenderwoche.

Für aktuelle Vorhaben bleibt die bekannte Schiene über die kroatische Entwicklungsbank HBOR und Kommunalkredite in Städten die praktikabelste Route.

Die jüngsten EIB Jahresangaben bestätigen, dass Stadtenergie, Schiene und Unternehmensfinanzierung in Kroatien weiterhin bevorzugte Segmente bleiben.

Wer in dieser Woche Rechnungs und Zahlungsflüsse prüfte, tat das vor dem Hintergrund, dass sich Verzögerungen in der Praxis weiterhin aus unvollständigen Softwareumsetzungen ergeben können. Für kroatische Lieferanten mit deutschen Auftraggebern bleibt es daher ein Wettbewerbsvorteil, E Rechnungsformate und Echtzeitüberweisungen sauber in die Prozesskette einzubinden.

 

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