Ich bin überzeugt, dass man in jedem Tätigkeitsbereich, der einen wirklich interessiert, bei den Grundlagen beginnen und sich von dort aus systematisch weiterentwickeln sollte – bis zu jenem Niveau, das man anstrebt und zu dem man fähig ist. Ob und wie weit wir gehen wollen, entscheiden wir selbst; ob wir dazu tatsächlich befähigt sind, zeigt uns unser Umfeld.
Mein eigener Weg verlief genau so – sowohl beruflich als auch akademisch. Meine erste Tätigkeit begann ich als Trainee bei der Sparkasse Passau mit dem Scannen und Verarbeiten von Dokumenten. Nach mehreren Jahren Erfahrung in unterschiedlichen Unternehmen und Funktionen war ich schließlich bei Generali Versicherung in der strategischen Unterstützung des Managements tätig. Auch mein Studium folgte dieser Logik: Ich begann mit Rechnungswesen – der „Sprache des Business“ – und widmete mich in meiner Dissertation schließlich betriebswirtschaftlichen Informationssystemen zur Verbesserung unternehmerischer Entscheidungsprozesse.
Kurz gesagt: Ich glaube an die außerordentliche Bedeutung von Systematik in jedem Bereich unternehmerischen Handelns und Lernens. Wer Stufen überspringt, gerät früher oder später in schwierige Situationen. Bildlich gesprochen: Man muss die Buchstaben kennen, um Wörter schreiben zu können; Wörter verstehen, um Sätze zu bilden; und Sätze formulieren können, um einen kohärenten Text zu verfassen.
Genau mit dieser Fragestellung beschäftige ich mich seit einigen Jahren intensiv – als Trainer und Berater der International Business Communication Standards (IBCS). Ziel ist es, hochwertige Managementkommunikation zu gestalten und klare Regeln für Berichte und Präsentationen zu etablieren. Die IBCS-Standards werden künftig ISO-Standard, weshalb ich davon ausgehe, dass sich dieser Professionalisierungsgrad weiter verbreiten wird. Bereits heute setzen zahlreiche international renommierte Unternehmen diese Standards ein.
Es gibt den Leitsatz „Thinking before inking“, den man wörtlich nehmen sollte. Zuerst ist zu klären: Was wollen wir erreichen? Wie ist die Ausgangslage? Wo liegt das Problem? Was könnte eine Lösung sein (etwa mithilfe des SCA-Konzepts von Barbara Minto)? Danach folgt die Strukturierung und Gestaltung, beispielsweise über Storyboarding. Erst am Ende stehen Visualisierung und Präsentation – etwa durch Storytelling und die Anwendung der IBCS-Standards.
Bei Strategie muss man zwischen Konzeption und Umsetzung unterscheiden. Es ist schwierig zu generalisieren, doch aus meiner Erfahrung lässt sich sagen: Durchschnittliche Unternehmen haben keine echte Strategie, gute Unternehmen haben eine Strategie – exzellente Unternehmen wissen, wie man sie kaskadiert und erfolgreich umsetzt.
Eine häufige Herausforderung besteht darin, strategische Ziele auf die operative Ebene zu übertragen und deren Umsetzung konsequent und diszipliniert zu steuern.
Neugier ist von zentraler Bedeutung. Ohne sie ist es nahezu unmöglich, Wettbewerbsvorteile aufzubauen oder zu erhalten. Organisationen fördern sie auf unterschiedliche Weise: durch Innovations-KPIs, Verbesserungsvorschläge, internes und externes Benchmarking, eine konstruktive Fehlerkultur, Weiterbildungen – heute zunehmend auch durch den Einsatz von KI.