KWVD has access to leaders ​

KWVD has access to leaders

Im Gespräch mit Dr. Mladen Meter, Geschäftsführer Poslovna učinkovitost d.o.o.

Dr. Mladen Meter gehört zu jener seltenen Generation von Führungspersönlichkeiten, die wissenschaftliche Präzision mit wirtschaftlicher Weitsicht verbinden. Als ausgewiesener Experte für Führungskultur, Organisationsentwicklung und moderne Personalstrategien begleitet er Unternehmen dabei, komplexe Herausforderungen in nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu verwandeln. Sein Ansatz ist klar. Menschen stärken, Strukturen erneuern, Organisationen befähigen. Im Gespräch erklärt er, warum echtes Führungsverhalten heute wichtiger ist als jedes Schlagwort, wie Unternehmen in Zeiten des Wandels ihre Identität bewahren und weshalb Investitionen in Kultur längst zu einem zentralen Wachstumsfaktor geworden sind.

Persönlich & Karriere

Herr Dr. Meter, Sie arbeiten an der Schnittstelle von Strategie, Innovation und Organisationsentwicklung. Was hat Sie ursprünglich in dieses Feld geführt?

Ich bin überzeugt, dass man in jedem Tätigkeitsbereich, der einen wirklich interessiert, bei den Grundlagen beginnen und sich von dort aus systematisch weiterentwickeln sollte – bis zu jenem Niveau, das man anstrebt und zu dem man fähig ist. Ob und wie weit wir gehen wollen, entscheiden wir selbst; ob wir dazu tatsächlich befähigt sind, zeigt uns unser Umfeld. Mein eigener Weg verlief genau so – sowohl beruflich als auch akademisch. Meine erste Tätigkeit begann ich als Trainee bei der Sparkasse Passau mit dem Scannen und Verarbeiten von Dokumenten. Nach mehreren Jahren Erfahrung in unterschiedlichen Unternehmen und Funktionen war ich schließlich bei Generali Versicherung in der strategischen Unterstützung des Managements tätig. Auch mein Studium folgte dieser Logik: Ich begann mit Rechnungswesen – der „Sprache des Business“ – und widmete mich in meiner Dissertation schließlich betriebswirtschaftlichen Informationssystemen zur Verbesserung unternehmerischer Entscheidungsprozesse. Kurz gesagt: Ich glaube an die außerordentliche Bedeutung von Systematik in jedem Bereich unternehmerischen Handelns und Lernens. Wer Stufen überspringt, gerät früher oder später in schwierige Situationen. Bildlich gesprochen: Man muss die Buchstaben kennen, um Wörter schreiben zu können; Wörter verstehen, um Sätze zu bilden; und Sätze formulieren können, um einen kohärenten Text zu verfassen.

Gab es einen Moment in Ihrer Karriere, in dem Sie dachten: Unternehmen brauchen weniger PowerPoint – und mehr echtes Denken?

Genau mit dieser Fragestellung beschäftige ich mich seit einigen Jahren intensiv – als Trainer und Berater der International Business Communication Standards (IBCS). Ziel ist es, hochwertige Managementkommunikation zu gestalten und klare Regeln für Berichte und Präsentationen zu etablieren. Die IBCS-Standards werden künftig ISO-Standard, weshalb ich davon ausgehe, dass sich dieser Professionalisierungsgrad weiter verbreiten wird. Bereits heute setzen zahlreiche international renommierte Unternehmen diese Standards ein. Es gibt den Leitsatz „Thinking before inking“, den man wörtlich nehmen sollte. Zuerst ist zu klären: Was wollen wir erreichen? Wie ist die Ausgangslage? Wo liegt das Problem? Was könnte eine Lösung sein (etwa mithilfe des SCA-Konzepts von Barbara Minto)? Danach folgt die Strukturierung und Gestaltung, beispielsweise über Storyboarding. Erst am Ende stehen Visualisierung und Präsentation – etwa durch Storytelling und die Anwendung der IBCS-Standards.

Sie arbeiten viel mit Führungskräften. Was unterscheidet gute Strategen von jenen, die tatsächlich Wirkung erzielen?

Bei Strategie muss man zwischen Konzeption und Umsetzung unterscheiden. Es ist schwierig zu generalisieren, doch aus meiner Erfahrung lässt sich sagen: Durchschnittliche Unternehmen haben keine echte Strategie, gute Unternehmen haben eine Strategie – exzellente Unternehmen wissen, wie man sie kaskadiert und erfolgreich umsetzt. Eine häufige Herausforderung besteht darin, strategische Ziele auf die operative Ebene zu übertragen und deren Umsetzung konsequent und diszipliniert zu steuern.

Welche Rolle spielt Neugier im unternehmerischen Kontext?

Neugier ist von zentraler Bedeutung. Ohne sie ist es nahezu unmöglich, Wettbewerbsvorteile aufzubauen oder zu erhalten. Organisationen fördern sie auf unterschiedliche Weise: durch Innovations-KPIs, Verbesserungsvorschläge, internes und externes Benchmarking, eine konstruktive Fehlerkultur, Weiterbildungen – heute zunehmend auch durch den Einsatz von KI.

Strategie und Transformation

Viele Organisationen verfügen über Strategiedokumente – aber nur wenige über strategische Klarheit. Woran liegt das?

Man sagt: Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es nicht wirklich verstanden. Das gilt auch für Strategie. Strategische Klarheit setzt einen ganzheitlichen Blick auf das Unternehmen voraus – von außen wie von innen – sowie den Willen, das Wissen und die Erfahrung, Strategie zu operationalisieren. Die Ursachen für unzureichende Strategien sind vielfältig, doch häufig liegen sie genau in diesen Punkten.

Wie gelingt es Organisationen, Komplexität verständlich zu machen, ohne sie zu stark zu vereinfachen?

Diese Fähigkeit entsteht durch intensive, fokussierte Erfahrung. Zu viele Daten führen oft nicht zu mehr Verständnis, sondern zu Verwirrung. Entscheidend ist es, die zentralen Treiber zu identifizieren, ihre Wechselwirkungen einzuordnen, relevante Stakeholder einzubeziehen, professionell zu moderieren und schließlich klare Handlungsempfehlungen abzuleiten. Das ist ein wirkungsvolles Rezept für besseres Verständnis und erfolgreiche Umsetzung.

Welchen Einfluss haben geopolitische Veränderungen, Probleme in den Lieferketten oder die Inflation auf Ihr Geschäft?

Diese Faktoren betreffen uns wie auch andere Unternehmen. Besonders vorsichtig müssen wir bei langfristigen Verträgen sein, da Preisänderungen durch die Inflation auftreten können. Ebenso achten wir im Lieferkettenmanagement darauf, vereinbarte Fristen zuverlässig einzuhalten.

Sie arbeiten mit sehr interaktiven Formaten. Warum ist es wichtig, dass Strategie „begreifbar“ wird – im wahrsten Sinne des Wortes?

Man muss ehrlich sein: Weder Berater noch das Management, das sie beauftragt, setzen eine Strategie auf operativer Ebene um. Das tun die Mitarbeitenden. Eine Strategie entfaltet ihren Sinn erst dann voll, wenn sie gemeinsam mit den zentralen Mitarbeitenden entwickelt wird. Andernfalls bleibt sie ein weiteres administratives Dokument ohne konkrete Wertschöpfung. Deshalb ist es essenziell, jene einzubeziehen, die sie später umsetzen.

Führung und Kultur

Wie verändert sich Führung in einer zunehmend volatilen, unsicheren und technologiegetriebenen Welt?

Manche Unternehmen setzen Trends, andere folgen ihnen – beide stehen unter Wettbewerbsdruck und den Erwartungen von Kunden, Eigentümern und weiteren Stakeholdern. Mit wachsender Komplexität wird auch Führung komplexer. Neben der Fähigkeit, Mehrdimensionalität zu verstehen, ist vor allem Anpassungsfähigkeit – Agilität – entscheidend.

Wie wichtig sind gemeinsame mentale Modelle für erfolgreiche Zusammenarbeit?

Durch Modellierung und Moderation lassen sich individuelle Besonderheiten identifizieren und in ein gemeinsames operatives Modell integrieren. Dieser Prozess stärkt das gegenseitige Verständnis und die Qualität der Zusammenarbeit nachhaltig.

Was brauchen Organisationen heute mehr: Struktur oder Dialog?

Beides ist notwendig – Struktur und Dialog. Entscheidend ist jedoch, dass beide klar auf gemeinsame Ziele ausgerichtet sind. Man könnte von einer organisierten und kontrollierten Spontaneität sprechen.

Zukunft und Perspektive

Wie wird sich strategische Arbeit in den nächsten fünf Jahren verändern – auch im Kontext von KI und datenbasierten Entscheidungen?

Entscheidend wird sein, den Geschäftskontext zu verstehen, kritische Erfolgsfaktoren zu erkennen und die richtigen Fragen zu stellen. Nur dann lassen sich die Potenziale von Datenverfügbarkeit, Business-Intelligence-Konzepten und KI sinnvoll nutzen.

Welche Kompetenzen werden Führungskräfte künftig entwickeln müssen?

Kompetenzen, die Maschinen nur schwer oder gar nicht übernehmen können, werden zum entscheidenden Differenzierungsfaktor. Während Maschinen in Effizienz – also Dinge schneller und einfacher zu tun – klar überlegen sind, bleibt bei Effektivität – Dinge anders und sinnvoller zu tun – Raum für menschliche Führung. Fachkompetenzen werden zunehmend automatisiert und optimiert. Persönliche, soziale und konzeptionell-kognitive Kompetenzen hingegen gewinnen an Bedeutung und werden den Raum für nachhaltige Wertschöpfung eröffnen.

Und persönlich: Wie bewahren Sie Klarheit im Denken, wenn alles komplexer wird?

Mir helfen dabei meine internationale Ausbildung und Erfahrung in wettbewerbsintensiven Umfeldern. Viele Dinge sind im Kern erstaunlich einfach – vorausgesetzt, man versteht die grundlegenden Strukturen, Konzepte und Prinzipien unternehmerischen Handelns. Kontinuierliches Lernen und die Mitarbeit an anspruchsvollen Projekten im In- und Ausland tragen dazu bei, geistige Vitalität und Klarheit auch unter veränderten Bedingungen zu bewahren.

Wie verändern Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und intelligente Lösungen Ihre Arbeitsweise?

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind bereits fester Bestandteil unseres Geschäfts – sowohl intern im täglichen Betrieb als auch in den Projekten, die wir umsetzen. Ein Beispiel ist die zweite Röhre des Učka-Tunnels, wo wir Kameras der neuesten Generation installiert haben, die Videoanalysen auf Basis von KI ermöglichen. Jede Stelle des Tunnels ist überwacht. Die Kameras melden den Operatoren im Kontrollzentrum automatisch jede Abweichung vom normalen Verkehrsgeschehen (Automatic Incident Detection) und können stehende Fahrzeuge, zu langsames oder zu schnelles Fahren, Fußgänger auf der Fahrbahn, Staus, eingeschränkte Sicht, verlorene Ladung oder Fahren in falscher Richtung erkennen.

Tipps & Inspiration

Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die eine Karriere in Elektrotechnik, Sicherheit und Innovation anstreben?

Für alle jungen Menschen – auch jene, die eine Karriere in Elektrotechnik, Sicherheit und Innovation anstreben – ist es wichtig zu verstehen, dass Erfolg Einsatz und Ausdauer erfordert. Ergebnisse kommen schrittweise, nicht über Nacht – aber Wille und Beharrlichkeit zahlen sich immer aus. Bei Eccos und Deccos schätzen wir genau diese proaktive Haltung. Die Arbeit mit unseren Experten und an internationalen Projekten bietet jungen Menschen wertvolle Lernchancen, und wir ermutigen sie, diese bestmöglich zu nutzen.

Welche Fehler sollten Unternehmer, die neu in Ihre Branche einsteigen, vermeiden?

Ich empfehle Unternehmern, sich gründlich mit steuerlichen, rechtlichen und technischen Vorschriften auseinanderzusetzen – ebenso mit Finanzierungen und der Ausstellung von Bankgarantien für größere Projekte. Wir haben erhebliche Mühe, Zeit und Ressourcen investiert, um uns mit den Märkten in Belgien und Deutschland vertraut zu machen, und wir sind bereit, dieses Wissen mit Unternehmen zu teilen, die ebenfalls in diese Märkte expandieren möchten. Wir haben die Erfahrung und helfen gerne weiter.

Wie gehen Sie mit Herausforderungen und Misserfolgen bei Projekten oder geschäftlichen Entscheidungen um?

Herausforderungen gehören zu jedem Geschäft – und die Erfahrung lehrt uns, wie wir besser mit ihnen umgehen können. Wir konzentrieren uns nicht darauf, einen „Schuldigen“ zu suchen, sondern auf Lösungen und Prozessverbesserungen. Jede solche Situation ist eine Gelegenheit, zu lernen und in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen.

Haben Sie eine tägliche Routine oder persönliche Gewohnheit, die Ihnen hilft, fokussiert und effizient zu bleiben?

Ich stehe früh auf – etwa um fünf Uhr morgens –, weil mir diese ruhige Tageszeit am meisten hilft, mich zu konzentrieren. Dann mache ich meinen Plan, verteile Aufgaben und setze Prioritäten. Einen solchen Rhythmus einzuhalten, erfordert Disziplin – deshalb gehe ich möglichst jeden Abend rechtzeitig ins Bett. So gelingt es mir, meine Zeit besser zu managen und effizient zu bleiben.