Executive Summary KW 08/2026

Executive Summary KW 08/2026

Liebe Mitglieder und Partner,

das dieswöchigen Executive Summary für die KW 08 / 2026 bietet wie immer mit dem Fokus auf neue Entwicklungen in der deutsch-kroatischen Wirtschaftskooperation, EU-Initiativen, arbeitsrechtliche Reformen sowie sicherheits- und energiepolitische Perspektiven.

Die wirtschaftliche Woche im deutsch kroatischen Raum bringt einige neue Entwicklungen, die für Unternehmen auf beiden Seiten der Adria bedeutsam sind. Während die großen strukturellen Trends stabil bleiben, ergeben sich aus frischen Konjunkturdaten, neuen Förderimpulsen aus Brüssel und Berlin sowie ersten Signalen aus dem kroatischen Immobilien und Tourismussektor neue Ansatzpunkte für Entscheiderinnen und Entscheider im bilateralen Wirtschaftsraum.

In Deutschland sorgt die neueste Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes vom 6. Februar 2026 für ein klares Bild der industriellen Lage zum Jahresende. Die Produktion der deutschen Industrie ist im Dezember spürbar zurückgegangen. Besonders die Hersteller von Automobilen und Maschinen verzeichneten deutliche Rückschritte, während der Bausektor am Jahresende an Aktivität hinzugewann und ein Wachstum von rund drei Prozent meldete. Dieses Auseinanderdriften innerhalb der Industrie bestätigt, dass Transformation und Zyklus derzeit gleichzeitig wirken und Chancen wie Risiken unterschiedlich verteilen. Unternehmen mit Fokus auf Bau, Projektierung, Baukomponenten, Metallverarbeitung oder Transportausrüstung profitieren von der relativen Stärke dieser Bereiche, während Maschinenbau und Automotive ihre Kapazitäten vorsichtiger planen.

Neu und in dieser Woche besonders praxisnah ist der Start der neuen Mittelstandsplattform Förderlotse Wachstumsmärkte der Bundesregierung. Die Plattform unterstützt deutsche und damit auch kroatische Partnerunternehmen, die gemeinsam internationale Märkte erschließen möchten. Die Anwendung kombiniert Förderprogramme der Außenwirtschaftsförderung und der Entwicklungszusammenarbeit und verschafft einen unmittelbaren Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten, Netzwerke und Ansprechpersonen. Für deutsch kroatische Projektteams, die im Bereich grüne Infrastruktur, Energie, Digitalisierung oder Maschinenbau gemeinsam auftreten, bedeutet dies eine echte administrative Erleichterung und einen Zeitgewinn bei der Strukturierung komplexer Vorhaben.

Während Deutschland die internationale Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie erneut ins Zentrum der wirtschaftspolitischen Debatte rückt, veröffentlichten die Verbände BDI und VhU in dieser Woche aktuelle Positionen, die sowohl für kroatische Lieferanten als auch für deutsche Investoren relevant sind. Der BDI warnt vor einer europaweiten Ausweitung sogenannter Local Content Vorgaben, da diese Industrieprojekte verteuern und bilaterale Kooperationen erschweren könnten. Gleichzeitig betont die VhU, dass der Standort Hessen beim Ausbau von Rechenzentren und digitaler Infrastruktur auf planungssichere Rahmenbedingungen angewiesen ist. Für kroatische IT Dienstleister, Systemhäuser, Energieunternehmen und Bauträger eröffnet dies neue Möglichkeiten, denn die Nachfrage nach Expertise in Energieeffizienz, Kühlung, Photovoltaik und Digitalisierung wächst in Frankfurt und im Rhein Main Gebiet spürbar.

In Kroatien richten sich diese Woche viele Blicke auf die erneut bestätigte Freigabe der Europäischen Kommission, die knapp 897 Millionen Euro im Rahmen des nationalen Wiederaufbau und Resilienzplans auszahlen wird. Diese Tranche ist ein zentraler Baustein für Investitionen in Energie, Wasserwirtschaft, Digitalisierung, Verwaltung und Verkehr. Besonders hervorzuheben sind die neuen Programme für mobile Apotheken in abgelegenen Gebieten, die Modernisierung des Pensionswesens und Fortschritte beim Bau der wichtigen nationalen Gaspipeline zwischen Zlobin und Bosiljevo. Für Unternehmen, die im Gesundheitssektor, in Energieinfrastruktur, Wasserwirtschaft oder öffentlicher digitaler Verwaltung tätig sind, verstärkt diese Auszahlung die Planungssicherheit für neue Projekte im Jahr 2026 und darüber hinaus. Kroatische Medien und internationale Nachrichtendienste berichten diese Woche übereinstimmend über die Fortschritte und bestätigen die positive Bewertung des EU Finanzrahmens für das Land.

Das kroatische Statistikamt weist zudem erstmals die vorläufigen Verbraucherpreise für Januar 2026 aus. Mit einem Anstieg auf 3,4 Prozent im Jahresvergleich setzt sich der moderate Inflationsdruck fort, der vor allem durch Dienstleistungen und Energiepreise getragen wird. Gleichzeitig meldet die Behörde ein deutliches Plus an Übernachtungen im Dezember, was zeigt, dass der Tourismussektor auch in der Nebensaison auf stabile Nachfrage bauen kann. Für Dienstleister im Gastgewerbe, Transport und Personalmanagement ergeben sich daraus messbare Indikationen für die Planung der kommenden Saison. Preisgestaltung und Kapazitätsmanagement gewinnen erneut an Bedeutung, besonders im Blick auf steigende Lohnkosten und knapper werdende Fachkräfte.

Zur Lage auf dem kroatischen Immobilienmarkt meldeten kroatische Wirtschaftsmedien in dieser Woche deutliche Unterschiede je nach Region. Während Ballungsräume weiterhin stabile oder leicht steigende Preise verzeichnen, zeigen einige Küstenregionen Rückgänge bei Wohnungspreisen und ein differenziertes Nachfrageverhalten. Das hat Bedeutung für deutsche Projektentwickler und private Investoren, die sich in Kroatien engagieren möchten. Eine Reihe von Städten verzeichnet geringere Transaktionszahlen, was auf eine Marktberuhigung hindeutet. Die jüngsten Analysen bestätigen außerdem, dass die kroatische Steuerverwaltung mehr Transparenz über den tatsächlichen Marktumfang geschaffen hat, was Investitionsentscheidungen erleichtert.

Im Tourismus bleibt ein akuter Arbeitskräftemangel ein neues dominierendes Thema der Woche. Branchenverbände berichten, dass Kroatien im Jahr 2026 rund 65 000 zusätzliche Saisonkräfte benötigen wird, mehr als im Vorjahr. Viele der Stellen werden im Ausland rekrutiert und müssen frühzeitig besetzt werden. Gegenüber 2025 sind die Vergütungserwartungen deutlich gestiegen. Dies ist für deutsche Unternehmen interessant, die auf kroatische Fachkräfte setzen oder Investitionen im Tourismus erwägen, denn der steigende Lohnkostendruck beeinflusst sowohl Profitabilität als auch Personalplanung.

In Deutschland ist für internationale und kroatische Investoren besonders wichtig, dass im Februar erneut die Fristen für Jahresmeldungen und Meldungen zur Unfallversicherung anstehen. Mehrfach wiesen Sozialversicherungsträger und Arbeitgeberverbände in dieser Woche darauf hin, dass die Meldeketten vollständig digital und termingerecht erfolgen müssen. Neue deutsche Zweigniederlassungen kroatischer Unternehmen sollten diese Fristen als Teil ihrer regulären Compliance einplanen, um Risiken bei Betriebsprüfungen zu vermeiden. Zudem setzt der Arbeitgeberverband seine Unterstützung für die Reform der Sicherheitsbeauftragten fort, die kleine und mittlere Unternehmen organisatorisch entlasten soll, sobald sie verabschiedet wird.

Zusammengefasst entsteht in dieser Woche ein klares Bild. Deutschland sendet gemischte, aber keineswegs negative industrielle Signale. Der Bausektor und Teile der Metallverarbeitung entwickeln sich stabil, während klassische Industriebranchen eine Abschwungphase durchlaufen. Kroatien erhält einen kräftigen europäischen Förderimpuls und sendet zugleich durch Inflationsdaten und Tourismustrends wichtige Hinweise für die kurzfristige Unternehmensplanung. Neue politische und regulatorische Initiativen in Deutschland und Hessen eröffnen Kooperationen zwischen kroatischen und deutschen Unternehmen in Energie, Digitalisierung und Infrastruktur.

Für alle Unternehmen, die im deutsch kroatischen Kontext investieren, exportieren oder Dienstleistungen anbieten, ist dies eine Woche, in der strategische Entscheidungen auf einer noch klareren Datenbasis getroffen werden können.

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