Cronnect 03/2025

CRONNECT MAGAZ IN · 3/2025 39 Vertrauen, das wir eigentlich stärken wollen. Manchmal entfaltet sich Fortschritt, wenn wir Spannung ertragen, Raum geben, oder, ganz kontraintuitiv, dem Reflex eingreifen zu wollen, widerstehen. Nicht selten schrauben wir an Dingen, die gar nicht kaputt sind. Nur weil es sich aktiver anfühlt oder uns das Vertrauen fehlt. In einer Welt, die vom Handeln besessen ist, ist eine der seltensten Fähigkeiten die Disziplin, nichts zu tun. Nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen. 3 Wege, Fjaka im Arbeitsalltag zu integrieren Fjaka heißt nicht Faulenzen. Es geht um Pausen und bewusstes Vertrauen. Hier ein paar konkrete Ansätze: 1) Entscheidungs-Fjaka Bei nicht-kritischen Entscheidungen unter Druck eine 24-Stunden-Pause einlegen. Nicht sofort antworten. Informationen setzen lassen. Oft zeigen sich die besten Optionen, wenn man sich vom künstlichen Zeitdruck entkoppelt. 2) Umsetzungs-Fjaka Nach Einführung eines neuen Prozesses, Tools oder Team-Setups wird eine Phase „stiller Beobachtung“ gewährleistet. Nicht sofort nachjustieren. Einfach das System laufen lassen und das Team adaptieren lassen. Reibungen beobachten und erst eingreifen, wenn genug Daten (und Vertrauen) für eine informierte Entscheidung vorliegen. 3) Delegations-Fjaka Beim Delegieren klare Leitplanken setzen und dann wirklich einhalten. Nicht stündlich „nur mal schauen“. Lieber einen konkreten Review-Zeitpunkt vereinbaren und bis dahin vertrauen. Was das Ankern uns über präsente Führung lehren kann Stell dir wieder das perfekt geankerte Boot vor. Gute Führung fühlt sich manchmal so an, als würde man genau im unsichersten Moment das Steuer loslassen. Aber es ist wichtig, den heimlichen Preis von zu viel Führung zu kennen: Ständiges Eingreifen schädigt die Autonomie, dämpft Initiative und kultiviert Abhängigkeit. Fjaka heißt nicht, vor Verantwortung zu flüchten. Fjaka bedeutet, vollkommen präsent zu sein und zu erkennen, wann es besser ist, Energie gezielt einzusetzen, statt sich in blinden Aktionismus zu verlieren. Fjaka in der Führungsarbeit heißt nicht, sofort alle Antworten zu haben. Es geht darum, Warnsignale zu spüren und dann bewusst innezuhalten. Zum Beispiel: • Wo herrscht unnötiger Druck? Unnötiger Druck zeigt sich daran, dass das Tempo steigt, aber die Qualität sinkt. Deadlines schieben alles andere beiseite. • Wo könnte eine bewusste Pause das Ergebnis verbessern? Eine Pause könnte helfen, wenn Entscheidungen nur noch im Tunnelmodus getroffen werden. • Wo wird produktive Arbeit durch unnötige Prozesse oder überflüssiges Management gestört? Überflüssige Prozesse erkennt man, daran, dass Teams mehr Zeit mit Rechtfertigung als mit Wertschöpfung verbringen. Das sind einige der praktischen Ankerpunkte, die man im Alltag oft feststellen kann. Denn vielleicht geht es nicht immer darum, Dinge zu kontrollieren. Vielleicht geht es darum, zu wissen, wann der Moment richtig ist, dich einfach den Rest des Weges tragen zu lassen. o Zurich Versicherungsagentur Tašan Čalić Eschenheimer Anlage 17 60318 Frankfurt am Main Tel.: 069-450377 E-mail: tasan.calic@zuerich.de

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