CRONNECT MAGAZ IN · 3/2025 37 bedeutet: Das klassische mediterrane Heck-an-die-Pier-Manöver steht an. Für Uneingeweihte: weniger Eleganz, mehr kontrolliertes Chaos. Ein bis zwei Bootslängen vor der Pier fällt der Anker, dann ganz langsam rückwärts Richtung Beton. Ziel: möglichst viel Kette ins Wasser, Anker greifen lassen, Fahrt rausnehmen, straffziehen… und am Ende genug Abstand, um die Heckleinen an Land zu werfen. In der Theorie ganz einfach, in der Praxis nervenaufreibend. Vor allem, wenn der Pier so nah ist, dass man ihm fast die Hand geben könnte. Noch vier Meter. „Einfach im Rückwärtsgang bleiben“, ruft der Marina-Mitarbeiter vom Steg, ruhig wie ein Fels. „Nichts anfassen. Vertrau dem Anker. Der hält.“ Meine Instinkte schreien: „Eingreifen! Anpassen! Wir sind zu nah dran! Mach was!“ Aber ich tut es nicht. Ich halte das Ruder ruhig, lasse den Motor sanft rückwärts laufen und kämpfe gegen den inneren Drang, zu “handeln“, um etwas zu vermeiden, was sich nach Desaster anfühlt. Dann, ein subtiler Ruck. Die Ankerkette singt ihr Lied. Das Boot, dieses schwere Gebilde aus Fiberglas und Träumen, kommt zum Stillstand. Perfekte Ruhe. Perfektes Timing. Wir sind exakt dort, wo wir sein müssen, das Heck in Kussposition zum Pier. Die schwerste und klügste Aktion in diesem Moment hat uns hierher gebracht: nichts zu tun. Was Dalmatien weiß… und Silicon Valley oft übersieht Dieser Moment war teils eine Anlegelektion und teils eine
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